Heute ist mein letzter Tag in Brüssel. Beim Packen schweifen die Gedanken ab, zurück zu den vielen schönen Momenten, die ich hier verbracht habe.
Auf den ersten Blick erscheint diese Stadt für den Ankommenden furchtbar grau und hässlich, nicht umsonst existiert in der Architektur der Begriff “Bruxellisation”, der für radikales Abreissen und wild wuchernde Neubauten steht. Aber ich bin dennoch gerne durch das urbane Chaos dieser verrückten Metropole spaziert, auf der Suche nach versteckten Plätzen und schönen Ecken, habe Comicläden und Buchhandlung durchforstet, die Aussicht vom Mont des Arts auf die Innenstadt und die Basilika am anderen Ende genossen. Die vielen sympathischen Läden, Cafés und Bars werden mir in der Schweiz fehlen. Natürlich gab es Momente, in der ich mich tödlich aufgeregt habe über den Lärm, den Verkehr, verrückte Tram- und Autofahrer, die Menschenmassen in der Rue Neuve, aber ich glaube, ich habe Brüssel und die Leute hier doch sehr lieb gewonnen. Ich würde gerne weiterhin den Grossstadtstress in Kauf nehmen, um noch ein bisschen hier bleiben zu können.
So gut wie möglich habe ich versucht, jeden Augenblick zu geniessen und meine Belgien-To-Do-Liste abzuhaken, ich habe ausser Brüssel auch andere Städte wie Brügge, Gent, Namur, Antwerpen, Mouscron, Tournai, Liège und Dinant gesehen, habe verschiedene belgische Biere probiert, nützliche Begriffe der französischen Umgangssprache gelernt (und natürlich auch ein paar “gros mots”), Pommes Frittes mit verschiedenen Saucen gegessen, Jugendstilhäuser bewundert … Belgien ist jedenfalls viel schöner, als ich geglaubt habe. Ich bin mir sicher, dass in der Schweiz ein falsches Bild von diesem Land existiert. Alle die noch nie da waren, ihr solltet mal hin.
Na gut, jetzt rufen erst mal die schweizer Berge. Ein bisschen Natur und Ruhe werden mir gut tun … ich vermeide jetzt das Wort Zuhause, denn mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, wo mein Zuhause ist. Irgendwie lebe ich überall ein kleines bisschen.
En bref en anglais: It’s my last day in Belgium and I don’t want to go home … I even don’t know if Schaffhausen is still my home, it seems that my life has been well adjusted here now. I’ll miss everyone I knew in these few months, I’ll miss the time we spent together, I will miss this crazy city, in which the ugly and beautiful buildings squeeze side by side.
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